Die Wunschliste hat ein kleineres Publikum als das Retargeting: Sie setzt ein Kundenkonto, eine Anmeldung und eine bewusste Handlung voraus. Dafür ist die Absicht eindeutig – wer ein Produkt merkt, will es haben. Und sie liefert etwas, das im E-Mail-Marketing sonst mühsam ist: Anlässe, die von selbst entstehen.
Warum Menschen Produkte merken
Vier Beweggründe stecken dahinter, und sie verlangen unterschiedliche Antworten: später kaufen, mehrere Produkte vergleichen, sich beschenken lassen – oder auf einen besseren Preis warten. Der letzte Fall ist der interessanteste, weil er die stärkste E-Mail der Strecke begründet.
Die drei Anlässe
Auslöser Produkt liegt auf der Wunschliste
Der Preis sinkt
„Dein Wunsch wird wahr“ – und zwar mit Produktnamen im Betreff, nicht allgemein. Alter und neuer Preis nebeneinander, Bewertung, Link. Die stärkste der drei E-Mails, weil sie genau das liefert, worauf gewartet wurde.
Der Bestand wird knapp
„Jetzt kaufen, bevor es weg ist.“ Die Verknappung ist hier keine Marketing-Behauptung, sondern eine Tatsache aus dem Warenwirtschaftssystem – und genau deshalb glaubwürdig.
Das Produkt ist zurück
Wieder verfügbar – die Nachricht, auf die jemand tatsächlich gewartet hat. Wer sie nicht sendet, verliert einen Kauf, der praktisch schon entschieden war.
Für alle drei gilt derselbe Aufbau: das Produkt vollständig darstellen (Bild, Name, alter und neuer Preis, Link, Sternebewertung, gern eine Kundenstimme), dazu Alternativen und Ergänzungen – und die Möglichkeit, die E-Mail weiterzuleiten. Letzteres wird unterschätzt: Wunschlisten werden verschenkt.
Wie die Liste überhaupt gefüllt wird
Alle drei Anlässe setzen voraus, dass die Wunschliste benutzt wird. Genau daran scheitert es meistens – die Funktion existiert, aber niemand kennt sie.
Vier Wege helfen:
In der Welcome Journey vorstellen. Einmal erklären, wie man merkt und teilt – und den Nutzen benennen: Wir sagen Bescheid, wenn der Preis fällt oder das Produkt zurück ist.
Die Wunschliste verlosen. „Wir erfüllen eine Wunschliste“ ist ein Gewinnspiel, dessen Teilnahmebedingung das Befüllen ist. Als Club-Vorteil oder als eigene Kampagne.
Vor großen Anlässen zum Füllen auffordern. Vor Sale, Weihnachten oder dem eigenen Geburtstag: „Etwas Großes kommt – jetzt vorbereiten.“ Das verschiebt Arbeit in die ruhige Phase und macht die Kampagne danach persönlich.
Nach dem Befüllen erinnern. Wer gerade etwas gemerkt hat, ist am nächsten am Kauf.
Der Zusammenhang mit dem Warenkorb
Dieselben drei Anlässe gelten für Produkte im liegengelassenen Warenkorb. Nach der Warenkorbabbrecher-Strecke übernimmt deshalb die Wunschlisten-Logik: Preis gesenkt, knapp geworden, wieder da. So bekommt ein abgebrochener Kauf drei weitere Anläufe, ohne dass eine einzige zusätzliche Werbemail nötig wäre.